Koser-Haus wird Wohngruppe

16. Februar 2021

Einrichtungsleiter Hans-Günter Wustmann (rechts) und Markus Hansen, Geschäftsführer der Caritas Altenhilfe Rheinhessen,
bei der Schlüsselübergabe am 01.02.2021

 

Kinder- und Jugendhilfe St. Hildegard freut sich über weiteren Standort in Gau-Algesheim

Im Pfarrer-Koser-Haus wird es bald wieder lebendig. Die Kinder- und Jugendhilfe St. Hildegard aus Bingen, die in Gau-Algesheim bereits eine Mädchenwohngruppe betreibt, hat das Haus von der Caritas Altenhilfe Rheinhessen erworben. Nach erfolgtem und bereits geplantem Umbau wird die Einrichtung dort eine Wohngruppe und Büroräume für ambulante Erziehungshilfen eröffnen.

Ursprünglich gab es für das Haus andere Ideen. Die Caritas Altenhilfe Rheinhessen hatte das Pfarrer-Koser-Haus 2019 erworben, um dort im Erdgeschoss eine Tagespflege für Senioren zu etablieren. In dem Haus sollte zudem Wohnraum für den indischen Schwesternkonvent und weitere Mitarbeitende der Altenhilfe entstehen. Dieses Vorhaben wurde mit viel Energie bis zu einem bewilligten Bauantrag vorangetrieben. Markus Hansen, Geschäftsführer der Caritas Altenhilfe, schildert, warum es zum Umdenken kann: „Mit den Planungen stiegen die prognostizierten Umbaukosten. Parallel dazu wuchsen die Zweifel, ob die baulichen Gegebenheiten den Bedürfnissen und Anforderungen einer modernen Tagespflegeeinrichtung entsprechen.“ Auch beabsichtigte Synergieeffekte mit dem Altenzentrum Albertus-Stift ließen sich, so Hansen, nicht im gewünschten Rahmen realisieren. Und schließlich wurde durch vergleichbare Kostenabschlüsse anderer Caritaseinrichtungen mit den Krankenkassen deutlich, dass eine Tagespflege mit solchen Umbaukosten wirtschaftlich nur schwer zu führen sein würde.

All dies führte dazu, dass sich Markus Hansen nach einer alternativen Verwendung für das Haus umsah. Bei einem gemeinsamen Ortstermin erkannte Diözesancaritasdirektorin Regina Freisberg die Eignung des Gebäudes für eine Jugendhilfeeinrichtung: „Nach Rücksprache mit Dekan Henning Priesel haben wir deshalb der Kinder- und Jugendhilfe St. Hildegard das Haus zum Kauf angeboten. Wir halten dies für eine sehr gute Lösung und freuen uns, mit der Kinder- und Jugendhilfe St. Hildegard einen erfahren, kompetenten und kirchlichen Träger gefunden zu haben“, so Freisberg.

Hans-Günter Wustmann, Leiter der mittlerweile fast 100 Jahre wirkenden Einrichtung mit Hauptsitz auf dem Binger Rochusberg, freut sich, dass an die Kinder- und Jugendhilfe gedacht wurde: „Wir haben durch unsere Mädchenwohngruppe Hannah erfahren, dass Gau-Algesheim mit seinen Bürgerinnen und Bürgern sehr aufgeschlossen gegenüber der jungen Generation ist.“ Die kleine rheinhessische Stadt biete viel: Klein genug, um noch beschaulich zu sein, gibt es Schulen, Kindergärten, Ärzte, Vereine und gute Einkaufsmöglichkeiten. „Ideale Bedingungen für uns“, so Wustmann, der aber auch gerne zugibt, sich schon bei der ersten Augenscheinnahme ein wenig in das Koser-Haus verliebt zu haben: „Ja, wir müssen umbauen und sanieren. Aber das Koser-Haus ist ein echtes Schmuckstück.“ Das sieht auch Stadtbürgermeister Michael König so, der nach eigenen Worten froh ist, dass für das Haus diese Nutzung gefunden wurde: „Das passt einfach zu uns Gau-Algesheimern.“ König sichert zu, dass er genau wie die städtischen Gremien der Kinder- und Jugendhilfe helfen werde, wo dies möglich sei: „Wir alle sehen unsere soziale Verantwortung.“

Dekan Henning Priesel wirft einen Blick zurück und nach vorne: „Die katholische Kirchengemeinde begrüßt den neuen Zweck des Pfarrer-Koser-Hauses. So bleibt das Haus eine soziale Einrichtung und seine Bestimmung von gesellschaftlicher Bedeutung. Ganz so, wie es vom ersten Tag an gedacht war.“

 

Vielen Dank für die Geschenke! In Firmen und Geschäften wird für Kinder und Jugendliche gesammeltUnsere Einrichtung bei „Das Jobkonzept“ auf ANTENNE BAD KREUZNACH